Hat irgendjemand von euch mal versucht, irgendeinen längeren Text zu schreiben?
Ich sitze gerade an einem. Also nicht dieser Post, der wird ganz kurz. Ich meine eine Art Roman, einen erzählenden Text. Fiktion und so. Ich versuche mich zurzeit an einer Novelle. Sie hat eine tolle Grundidee und erfordert in der Erzählung einige Kniffe. 4 Monate überlege ich schon, wie man die Geschichte authentisch und packend erzählen kann, habe den Anfang in allen möglichen Perspektiven durchgespielt, bis ich endlich eine gefunden habe, die ich für perfekt halte.
Jetzt bin ich an den Punkt gelangt, wo ich den ersten von drei inhaltlichen Teilen schreibe und es ist verdammt demotivierend den Müll zu lesen, den ich da fabriziert habe; dabei sind’s erst 3 Seiten. Natürlich weiß ich, dass ich den Großteil später noch einmal neu schreiben werde, es ist bisher ja nur die erste Fassung. Die darf an sich ja schlecht sein. Dass diese Geschichte unter fünf überarbeiteten Fassungen bleibt, glaube ich sowieso nicht.
Außerdem fürchte ich mich vor der Seitenanzahl. 3 Seiten klingt verdammt wenig und ich schreibe schon fast zwei Wochen (die letzte allerdings fast gar nicht) daran. Ich weiß, es ist lächerlich sich eine Seitenzahl als Ziel zu setzen, aber ich hätte schon gerne ungefähr 150 Seiten. Das bedeutet ich muss 50 Mal diese drei Seiten schreiben und 50 à zwei Wochen sind 100 Wochen, also knapp 2 Jahre. Eine lange Zeit und da ich dazu neige, meine Ideen irgendwann langweilig zu finden, bin gleich doppelt demotiviert.
Aber man sollte möglichst positiv denken: In dem Taschenbuchformat, das ich mir für meine Novelle wünsche, würden meine 3 Seiten ganze 7,8 Seiten füllen. Das entspricht also einer geschriebenen Seite von mir 2,6 Seiten im fertigen Layout. Das entspricht dann ungefähr 38 Wochen. Klar, dass ich für meine Geschichte tatsächlich einen Verlag finde, ist unwahrscheinlich, aber man muss immer positiv denken.
Schlagworte: buch schreiben, novelle, tierisch demotiviert, unheimlich tolle idee
Juli 29, 2008 um 11:52 |
Na, wen du noch 38 Wochen brauchst, alleine für die erste Fassung – musst du dir um einen Verlag wohl keine Sorgen machen^^
Juli 30, 2008 um 12:34 |
Mach dir eine Gliederung und arbeite die ab. Das funktioniert bei mir ganz super. Ich arbeite zurzeit an meinem zweiten Buch und schaffe es durch die Gliederung auf der einen Seite längere Schreibpausen zu überbrücken und auf der anderen Seite mich besser zu konzentrieren, weil ich genau weiß, was ich machen muss. Vielleicht hilft dir das ja.
Juli 30, 2008 um 1:30 |
@dos: Stimmt irgendwie

@henry: Ich hoffe, ich enttäusche dich nicht, aber diese Vorgehensweise ist mir schon bekannt (habe fünf Bücher über das Schreiben gelesen)
Allerdings muss ich zugeben, dass ich für den Teil, den ich gerade schreibe, keine aufgeschriebene Gliederung, dafür den Verlauf in seinen Eckpunkten im Kopf habe. Da ich auf einen sehr verstörten Ich-Erzähler setze, lass ich mich ein bisschen überraschen, was mir als nächstes einfällt. Amateurhaft, aber noch funktioniert es. Für den mittleren (langen) Teil der Novelle, werde ich aber um eine Gliederung nicht herumkommen.
Du schreibst ein zweites Buch? Aber ich bin mit “Guten Morgen Herr Tod” doch noch gar nicht fertig. Da muss ich mich noch ganz schön ranhalten.
Juli 30, 2008 um 9:26 |
Na gut, ich schreibe das Buch schon seit knapp einem Jahr und hoffe irgendwie, dass ich jetzt in den Ferien die Zeit finde, es fertig zu stellen. Mal sehen. ^^
Juli 30, 2008 um 11:16 |
Ich dachte zuerst schon, dass du deinen Post meinst.^^
Ja, habe schon mal versucht einen längeren Text zu schreiben. Habe nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Das Durchhaltevermögen wie du hätte ich nicht, 38 klingt trotzdem noch lang & ich glaube, ich würde keine Bücher übers Schreiben lesen.^^
Finde es schon schwer, einen längeren Post zu schreiben, obwohl ich es wirklich versuche!
Aber du schaffst das schon, ich wünsche dir viel Erfolg für deine Novelle! =)
August 1, 2008 um 2:27 |
Danke, den Wunsch kann ich gut gebrauchen, ich find’ nämlich auch, dass 38 immer noch sehr lang klingt. Aber wie gesagt: Immer positiv denken