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Kunst?!

Oktober 22, 2007

Ein Hund anketten und verhungern lassen. Ist das Kunst? Nein, sicher nicht. Sehe ich zumindest so. Das kann auch der Satz “Du bist, was du liest”, der mit Hundefutter an die Wand geschrieben war, vor der der Hund angekettet war, nicht ändern.

Logisch, dass Guillermo Vargas, Schöpfer des Werkes, der im Übrigen schon öfter durch provakante Kunst aufgefallen ist, versucht sein “Kunstwerk” zu verteidigen. Zum Beispiel, dass niemand den Hund befreit habe (was muss man eigentlich für ein Mensch sein, wenn man das hungernde Tier nicht einmal füttert?), dass alle nur zugeguckt haben und sich jetzt erst dafür interessieren, wo das Tier tatsächlich gestorben ist. Er wollte an den Tod von Natividad Canda erinnern, der bei einem Angriff von zwei Rottweilern getötet wurde. Auch ihm habe keiner geholfen, argumentiert Vargas.

Zum Glück verzichten viel Künstler auf diese Art der Erinnerung auf Tote. Oder wie würde sonst das Holocaust-Mahnmal aussehen? Eben. Es ist zwar ein ziemlich abgehobener Vergleich, der relationsmäßig in einer ganz anderen Liga spielt, aber dennoch ist da was Wahres dran.

Thema aufgegriffen von von: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,512799,00.html